Das Bild – Diktat

Das Bild hängt schief

Vater will ein Bild im Wohnzimmer aufhängen. Er holt Nägel und Hammer aus dem Werkzeugkasten und legt sie auf den Tisch. „Hänge es über die Couch“, sagt Mutter. „Da passt es nicht hin, es sieht über dem Fernseher aus“, erwidert Vater. „Nein, Egon, hör doch, die Brauntöne passen doch prima zum braunen Cordsamt der Couch.“ „Davon verstehst du nichts, es gehört einfach über den Fernsehapparat“, antwortet Vater.

Jetzt geht der Streit los. Vater nimmt Mutter das Bild aus der Hand und drückt es versuchsweise an die Wand. „Zu hoch“, ruft Mutter empört, „es muss tiefer und mehr nach links.“ „Halte mal, ich muss es von weitem sehen wie es aussieht“, ruft Vater zurück. Mutter presst das Bild geduldig gegen die Wand, Vater steht mit abschätzendem Blick da schüttelt den Kopf und brummt: „Mehr nach links und viel höher muss es“. Mutter rückt das Gemälde in die geforderte Lage. „So halte es fest“, sagt Vater, doch der Bilderrahmen ist schwer, er rutscht. Vater schreit: „Mensch, jetzt ist es verrutscht!“ „Dann halte du es doch fest“, schimpft Mutter. Verärgert geht Vater und zeigt Mutter noch einmal, wie und wo das Bild hängen soll. „Festhalten“, brummt er. Mutter presst die Lippen aufeinander, sie läuft rot an vor Anstrengung. Vater markiert mit dem Bleistift die Punkte für die Nägel. „So, jetzt kannst du loslassen“, sagt er. Erleichtert legt meine Mutter das Gemälde auf den Tisch, Vater klopft die Nägel in die Wand. Stolz hebt er das Bild und hängt es auf. „So, das sieht gut aus“, brummt er zufrieden, doch Mutter fängt laut an zu lachen, sie kichert und sagt fast unter Tränen: „Es ist schief! Schief!“ Vater tritt drei Schritte zurück, tatsächlich, ganz deutlich sichtbar schief. Nun stehen beide vor dem Bild und lachen.